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Dienstag, 20.05.2025

Vorbildlich: Studierende und Mitarbeitende der Uni Graz sind klimafreundlich mobil

zwei junge Frauen mit jeweils einem Fahrrad sprechen miteinander, dahinter das Resowi-Zentrum der Uni Graz ©Uni Graz/Kanizaj

Im Jahr 2024 legten die Mitarbeitenden der Uni Graz insgesamt 34 Prozent, die Studierenden mehr als 37 Prozent der Pendelwege mit dem Fahrrad zurück. Foto: Uni Graz/Kanizaj

Ob mit Öffis, Fahrrad oder zu Fuß – der Großteil der Studierenden und Mitarbeitenden der Uni Graz ist klimafreundlich unterwegs. Nimmt man alle Fahrten des Pendelns zwischen Wohnort und Universität zusammen, so macht bei den Bediensteten insgesamt der motorisierte Individualverkehr nur 20 Prozent aus. Der Rest wird mit Bus, Bahn, Bim, Bike oder per Pedes zurückgelegt. Damit ist die Uni ein echtes Vorbild. Diese Aufteilung der Verkehrsmittelwahl – Modal Split genannt – hat die Stadt Graz für ihre Einwohner:innen im Mobilitätsplan 2040 festgelegt. Bei den Studierenden nutzen nicht einmal fünf Prozent ein privates Auto, Moped oder Motorrad.


Die Mitarbeitenden der Uni Graz legten im Jahr 2024 insgesamt 18 Prozent der Pendelwege zu Fuß zurück, 34 Prozent mit dem Rad und 28 Prozent mit den Öffis. Die Universität fördert die aktive und klimafreundliche Mobilität durch zahlreiche Maßnahmen. Dazu gehören unter anderem Zuschüsse beim Kauf eines Fahrrads, E-Bikes sowie eines Klima- oder Park&Ride-Kombitickets. Während der Dienstzeit können Fahr- und E-Lastenräder ausgeborgt werden. Für Bahnfahrten gibt es das ÖBB-Business-Ticket. Dieses wird stark in Anspruch genommen. 2023 sparten Uni-Mitarbeitende durch Dienstreisen mit den ÖBB rund 77 Tonnen CO2 ein – im Vergleich zur Nutzung eines Pkw.

Mitmachen und gewinnen
Bis 2030 will die Uni Graz ihre Emissionen um mindestens zwei Drittel senken und bis 2040 Klimaneutralität erreichen. Um weitere effektive Maßnahmen auf diesem Weg setzen zu können, bittet sie auch heuer wieder ihre Studierenden und Mitarbeitenden um Teilnahme an der jährlichen Mobilitätsumfrage. Wer mitmacht, kann ein Uni-Graz-Fahrrad, eine „Garmin Forerunner 55“-Fitnessuhr und ein Yogaset mit einer Matte und einer Blackroll-Faszienrolle gewinnen. 

>> zur Umfrage

Gesund unterwegs
„In jedem Fall gewinnt, wer Fahrrad fährt oder zu Fuß geht. Das tut nicht nur der Umwelt, sondern auch der Gesundheit gut“, sagt Nina Hampl vom Institut für Umweltsystemwissenschaften der Uni Graz. Gemeinsam mit Aglaée Degros vom Institut für Städtebau der TU Graz leitet sie das Zentrum für Aktive Mobilität. An der Einrichtung arbeiten Wissenschaftler:innen an Lösungen, wie sich Fortbewegung mit Muskelkraft – zu Fuß, mit Fahrrad, Scooter, Skateboard oder E-Bike – als Bestandteil einer nachhaltigen Gesellschaft etablieren lässt. „Mit unserer Forschung wollen wir dazu beitragen, den Umstieg auf klimafreundliche und gleichzeitig gesundheitsfördernde Mobilitätsformen zu erleichtern“, so Hampl. 

Langzeitstudien belegen: „Aktive Mobilität beim Weg von und zur Arbeit führt zu einer Reduktion des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Darmkrebs, wobei Fahrradfahren den größten gesundheitsfördernden Effekt hat“, berichtet die Wissenschaftlerin. Wer diese Potenziale nutzen möchte, sollte auch mal den Gesundheitsroutenplaner der Initiative „klimaaktiv mobil“ zu Rate ziehen, empfiehlt Hampl. 

Allein das könnte eigentlich schon Motivation für „bewegtes“ Pendeln sein. Um nachhaltige Veränderungen im Mobilitätsverhalten der Bevölkerung zu erreichen, ist aber mehr nötig, weiß die Forscherin: „Ein entscheidender Faktor ist die Verkehrsinfrastruktur. Es muss Rad- und Fußwege geben, die attraktiv und sicher sind, auch für ältere Menschen und Kinder.“ Zusätzlich brauche es zum einen Anreize, etwa Förderungen für E-Bikes oder das Klimaticket. Zum anderen gehe es aber auch nicht ohne mutige, weniger beliebte Maßnahmen, wie zum Beispiel die Reduktion von Parkplätzen, ist die Betriebswirtin und Sozialwissenschaftlerin überzeugt.

 

⇒ Wer verstehen will, welche Auswirkungen unser Handeln auf die Umwelt hat, und sich gleichzeitig für betriebswirtschaftliche Themen interessiert, trifft mit dem Bachelorstudium Umweltsystemwissenschaften / Management die richtige Wahl.

Nina Hampl stehend, dunkler Hintergrund ©Uni Graz/Tzivanopoulos
©Uni Graz/Tzivanopoulos
Nina Hampl, Betriebswirtin und Sozialwissenschaftlerin am Institut für Umweltsystemwissenschaften der Uni Graz, leitet gemeinsam mit Aglaée Degros vom Institut für Städtebau der TU Graz das Zentrum für Aktive Mobilität. Foto: Uni Graz/Tzivanopoulos
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Erstellt von Gudrun Pichler

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