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Freitag, 12.06.2026

Wie die Sermilik-Station der Uni Graz die Polarforschung stärken kann

Eine Person im Anzug spricht zum Publikum, im Hintergrund sieht man ein großformatiges Bild von schneebedeckten Bergern und der Aufschrift "Sermilik Station in an Arctic Perspective" ©Uni Graz/Angele

Rektor Peter Riedler begrüßte die Teilnehmer:innen am Workshop "Sermilik Station in an Arctic Perspective". Foto: Uni Graz/Angele

Ende Mai 2026 trafen sich Polar-Wissenschaftler:innen aus aller Welt an der Uni Graz, um die Forschungsschwerpunkte der Sermilik-Station in Ostgrönland für die nächsten zehn Jahre festzulegen.

Im Osten Grönlands, knapp südlich des Polarkreises, steht eine der größten Polarforschungsstationen der EU: die Sermilik-Station der Universität Graz. Zusammen mit der bestehenden Infrastruktur der Universität Kopenhagen bietet sie im Sommer Platz für 30 Wissenschaflter:innen, sechs Personen können hier sogar im Winter forschen. Hier bietet sich die Möglichkeit, niederschwellig Forschungsprojekte durchzuführen. Die Bandbreite reicht von Gletscherforschung, Meteorologie, Hydrologie, Klimawandel bis zur Biologie, der Testung von technischen Prototypen unter widrigen Bedingungen und vielem mehr. 

Um die Schwerpunkte der wissenschaftlichen Arbeit an der Sermilik-Station für die kommenden zehn Jahre zu gestalten, trafen sich führende Polarforscher:innen aus aller Welt Ende Mai 2026 an der Uni Graz. Über drei Tage ergründeten die Teilnehmenden die Forschungsprioritäten der Station, identifizierten internationale Netzwerke und Kooperationen und erarbeiteten Empfehlungen für ein Dokument des wissenschaftlichen Beirats, welches die Station im nächsten Jahrzehnt prägen soll. 

Am Mittwoch startete der Workshop mit Keynotes von Forscher:innen aus den USA (Harvard University, University of Pennsylvania, NASA), Dänemark (Universität Aarhus, Universität Kopenhagen) und Norwegen (Universität Bergen, Westnorwegische Hochschule für Angewandte Wissenschaften). 

Am Donnerstag wurden in Arbeitsgruppen konkrete Forschungsziele erarbeitet. Einen hohen Stellenwert legt die Universität Graz dabei auf die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung vor Ort. Die Forschungsaktivitäten sollen auch einen Mehrwert für die lokale Bevölkerung in Ostgrönland bieten. So wurde über eine Kooperation mit einem lokalen Unternehmen daher auch ein Mitarbeiter vor Ort angestellt, der auch zur Tagung nach Graz kommt. „An der Uni Graz verstehen wir Wissenschaft als Partnerschaft auf Augenhöhe“, erklärt Rektor Peter Riedler. „Was wir jedenfalls verhindern wollen, ist der Eindruck, dass unsere Wissenschaftler:innen einfach nur nach Ostgrönland kommen, ein paar Messungen machen und dann wieder verschwinden.“ 

Unter dieser Prämisse stand auch der Abschluss des Workshops am Freitag, bei dem Doktorand:innen und Nachwuchswissenschaftler:innen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Bereichen im Fokus waren. Sie präsentierten ihre Forschungsvorhaben und konnten diese mit den etablierten Expert:innen besprechen. Die Station im Sermilik-Fjord spielt auch in der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses eine zentrale Rolle. So fährt im Sommer 2026 eine große Gruppe von Masterstudierenden der Universität Graz zu einer Exkursion auf die Station. Zudem unterstützt die Uni Aufenthalte in Grönland finanziell, die im Rahmen einer Masterarbeit stattfinden.

Wer sich für die entlegenen Gebiete, die Artiks und Gletscher interessiert, findet an der Uni Graz das dazu passende Bachelor-Studium.

Erstellt von Roman Vilgut

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